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Tauchtiefe

Top 5: Bergseetauchen

Taucher beim Bergseetauchen

Als wenn man an der Wasseroberfläche unterwegs ist – so beschreiben viele Taucher das Bergseetauchen. Denn aufgrund des besonders klaren Wassers in Bergseen hast du vielfach eine glasklare Sicht bis zu 60 Meter weit. Ein faszinierendes Erlebnis! Jedoch gibt es beim Bergseetauchen auch einiges zu beachten: Wir geben dir Tipps, wie du sicher in großer Höhe tauchst und zeigen dir die schönsten Plätze, um die Unterwasserwelt im Gebirge zu erkunden.

Was unterscheidet Bergseetauchen vom “normalen” Tauchen?

In erster Linie kannst du natürlich eine ganz besondere Unterwasserwelt bei extrem klarer Sicht entdecken. Es gibt jedoch auch einige technische Unterschiede zum “normalen” Tauchen: Beim Bergseetauchen tauchst du in einer Höhe von durchschnittlich zwischen 300 und 3000 Meter über dem Meeresspiegel. Dabei unterscheidet sich der Luftdruck im Vergleich zu Gewässern näher am Meeresspiegel. Aufgrund des geringeren Umgebungsdrucks ist das Risiko einer Taucherkrankheit deutlich höher.

Du brauchst also spezielle Vorbereitung und solltest mehr Zeit zum Auftauchen einplanen. Zudem sind die meisten Bergseen sehr kalt, weshalb du dich auf die Bedingungen in der Umgebung einstellen solltest. Eine Ausrüstung für Tauchen in Eiswasser (unter anderem ein Trockentauchanzug) ist unbedingt nötig. Ebenfalls ein wichtiger Punkt: Manche Seen haben Zu- und Abflüsse, was das Tauchen darin gefährlich machen kann.

Was muss ich beim Bergseetauchen beachten?

Vor allem solltest du dir über die Auswirkungen des veränderten Umgebungsdrucks klar werden. Als Faustregel lässt sich sagen, dass der Umgebungsdruck je 1000 Meter über Meeresspiegel um 0,1 bar abnimmt. So herrscht auf 2000 Metern Höhe also nur noch ein Luftdruck von 0,8 bar. Insofern musst du eine längere Auftauchzeit einplanen. Im Beispiel müsstest du 2 Meter unter der Wasseroberfläche einen Dekompressionsstopp einlegen.

Dadurch musst du dir deine Sauerstoff-Versorgung anders einteilen und mehr Luft für den Rückweg einplanen. Da die Umrechnung des Umgebungsdrucks nicht ganz einfach ist, gibt es spezielle Tabellen, um die Auftauchzeit zu berechnen. Heute haben jedoch auch die meisten Tauchcomputer einen “Bergseemodus”. Wenn dein Tauchcomputer diese Fähigkeit hat, ist das die sicherste Variante.

In welchen Bergseen darf ich tauchen?

Informiere dich vor dem Tauchgang bei der zuständigen Gemeinde, ob das Tauchen in diesem Bergsee möglich ist. Nicht in jedem Bergsee darfst du tauchen. Erkundige dich dabei auch, ob der See an Wehr-Anlagen angeschlossen ist. Zu- und Ableitungen im Bergsee können aufgrund starker Strömung für Taucher zu einer beinahe unüberwindlichen Gefahr werden.

Wähle möglichst einen Bergsee, zu dem du leicht hin- und wieder zurückgelangen kannst. Gerade bei der Rückfahrt besteht weiterhin das Risiko einer Taucherkrankheit, wenn du z.B. bei der Fahrt über Pässe in noch größere Höhe fahren musst. Wenn du dir diese Informationen vor dem Tauchgang einholst, dann steht deinem Erlebnis einer faszinierenden Unterwasserwelt nichts mehr im Wege!

Die schönsten Bergseen zum Tauchen

In welchen Bergseen lohnt sich das Tauchen besonders? Viele tolle Bergseen liegen direkt vor unserer Haustüre in den Alpen. Unsere “Top 5” sind die folgenden:

  • Urisee, Tirol (Österreich): 
    Der Urisee ist sowohl im Sommer als auch im Winter eine beliebte Tauch-Location. Der Tauchgang lohnt sich durch eine geheimnisvolle Statue sowie ein Riff unter Wasser.
  • Walchensee, Bayern (Deutschland): 
    Der Walchensee ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel für Familien, sondern mit mehr als 200 Metern Tiefe auch eine sehr spannende Tauchlocation. Besonders interessant für Wracktaucher: Hier gibt es mehrere gesunkene Autos, sowie Überreste des 2. Weltkrieges zu bestaunen.
  • Blindsee, Tirol (Österreich):
    Der Blindsee lässt sich aufgrund seiner eher geringen Tiefe gut von weniger erfahrenen Tauchern besuchen. Das Highlight: Ein “Irrgarten” aus versunkenen Baumstämmen, der fast wie ein Wald unter Wasser wirkt.
  • Vierwaldstättersee (Schweiz): 
    Aufgrund seiner Größe gibt es viele spannende Tauchplätze im Vierwaldstättersee. Besonders für Wracktaucher ist diese Destination interessant, da es einige gesunkene Boote zu sehen gibt.
  • Plansee, Tirol (Österreich)
    Im bis zu 87 Meter tiefen Plansee ist sowohl Eistauchen als auch Tauchen im Sommer möglich. Neben der einzigartigen Fischvielfalt ist hier auch eine gesunkener Holztransporter aus dem 19. Jahrhundert zu bestaunen.

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